Februar

Azalee

Rhododendron-Simsii-Hybriden

Merkmale: Azaleen gehören zur Gattung Rhododendron, deren Heimat die feucht-kühlen Gebirgswälder Ostasiens ist. Aber nur Rhododendron simsii wird als Stammform unserer Topf-Azaleen angesehen. Diese Art kommt zwar aus China, jedoch wird die gesamte Gruppe als "Indische Azaleen" bezeichnet, im Gegensatz zu den kleinblütigen, aus R. obtusum gezüchteten "Japanischen Azaleen", die für die gärtnerische Kultur nur geringe Bedeutung besitzen, weil sie sich nicht zur frühen Treiberei eignen. Durch ihren "Wildcharakter", den bizarren Wuchs und ihre Frosthärte sind sie nur für den Gartenfreund von besonderem Interesse. Im gesamten Winterhalbjahr werden dagegen die großblütigen Simsii-Hybriden angeboten - ein riesiges Sortiment mit allen Zwischentönen von Weiß bis Violett, von der Mini-Pflanze bis zum dekorativen Hochstämmchen.

Azaleen zählt man, wie die anderen Rhododendren, die Eriken und Kamelien, zur Gruppe der Moorbeetpflanzen. Sie haben ähnliche Ansprüche und sind alle besonders kalkfeindlich. Am besten gedeihen diese Pflanzen in Wintergärten und kühlen Räumen mit Sommeraufenthalt im Freien.

Standort: Hell, keine pralle Sonne, und luftig, nicht zugig! Im Sommer am besten halbschattig im Freien aufsrellen - Töpfe möglichst in Erde bzw. Torf einfüttern, um die Feuchtigkeit zu halten. Vor der Frostperiode im September einräumen und kühl bei 10-15°C aufstellen. Mit zunehmender Entwicklung - wenn die Knospen Farbe zeigen - werden höhere Temperaturen toleriert - langsamer Übergang auf 15-18°C. Je wärmer der Stand, desto geringer die Haltbarkeit.


Pflege: Ganzjährig gleichmäßige Feuchtigkeit ist für den Kulturerfolg ausschlaggebend. Der Ballen darf nie ganz austrocknen, was jedoch bei entsprechender Wärme, kleinem Topfvolumen und dem speziell durchlässigen Pflanzsubstrat leicht vorkommt. Die Wassergaben müssen auf die herrschenden Temperaturen abgestimmt sein. Ein wöchentliches Tauchbad ist hilfreich, damit sich der Ballen richtig voll saugen kann. Ständige Staunässe führt allerdings zu Wurzelschäden. Auch im Raum ist es ratsam, den Topf einzufüttern, denn damit läßt sich die Luftfeuchtigkeit gleichzeitig erhöhen. Zusätzlich viel Sprühen, wegen häßlicher Flecken jedoch nicht in die Blüten. Nur enthärtetes, temperiertes Wasser verwenden.

Während der Blüte selten, von Mai bis Ende Juli regelmäßig, aber schwach düngen. Moorbeetpflanzen sind salzempfindlich!

Azaleen werden nach ihrer Blütezeit im 2- bis 3-jährigen Rhythmus umgepflanzt, alte Exemplare nur mit neuer Erde auffüllen. Am besten Spezialerde verwenden, die einen extrem niedrigen pH-Wert um 4 hat, oder auch Fertigsubstrate mit reinem Torf mischen. Flache Töpfe wählen. Samenansätze regelmäßig abknipsen und abgestorbene Teile entfernen. Junge Triebe, die vor Mai entstehen, müssen eingekürzt werden, wenn man die Pflanzen buschig haben will.


Schadbilder: Auf Kulturfehler wie Trockenheit, Staunässe, Überdüngung, zu hohen Kalkgehalt und zuviel Wärme reagieren Azaleen sehr empfindlich mit Blatt- und Knospenfall; auch die Anfälligkeit für Schädlinge wird dadurch erhöht.

Vermehrung: Durch Stecklinge, jedoch auch im Vermehrungsbeet schwierig.

Tipps: Azaleen können alt und dabei immer schöner werden, wenn man sie gleichmäßig pflegt, nie austrocknen läßt und nur vorübergehend im warmen Zimmer hält. Abrupte Standortwechsel sollten nach Möglichkeit vermieden werden. Einzige Ausnahme für etwas eingeschränkte Wassergaben sind Spätsommer und Herbst, weil dann die Blütenbildung erfolgt, die durch diese Maßnahme erhöht wird.